IMPULSE ZU DEN WOCHENLOSUNGEN 2020

„Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ (Gal.6,2)

Nicht nur HABEN, sondern SEIN!

Den Geist Christi zu haben, durch Gnade, ist das Eine –  aus dem Geist heraus zu leben, das Andere.

Und genau darum geht es in dem Text aus Galater 6. Es ist ein sehr praktischer Text, der uns ohne Schnörkel sagt, wohin sich unsere Einstellung und damit unser Denken und Verhalten als Christen ändert. „Die Last des anderen tragen“ ist dabei nur ein Aspekt.

Warum aber soll ich die Last eines anderen tragen, wenn mir meine eigene doch schon zu schwer ist?

Der Text sagt, dass jeder (nur) die Last anderer tragen soll, d.h. im Umkehrschluss, niemand seine eigene Last trägt. Ich also meine Last loslasse und jemand anderem überlasse.

Eine spannende Perspektive, wie ich finde. Nicht mehr fokussiert sein auf die eigene Last, nicht fest halten an eigenen Problemen. Sondern: den Blick weiten auf den Nächsten hin. Handlungsfähig bleiben, helfen und unterstützen, trotz eigener Belastungen. Niemand ist nur seine Last. Jeder hat Ressourcen für die Last des anderen.

Hier ist ein sich gegenseitiges entlastendes Miteinander beschrieben. Der Text macht Mut, die Last des anderen wahrzunehmen, miteinander darüber zu reden und zu beten, Mitgefühlen, Mitdenken und Trost anzubieten und damit die Last umzuverteilen.

Übrigens: Die Last eines anderen ist oft leichter zu tragen als die eigene. Ich bin nicht so involviert, sondern habe mehr Distanz. Ich kann leichter Lösungen erarbeiten. Ich kann die Last auch besser für kurze Zeit an die Seite legen, ihren Raum in meinem Leben begrenzen.

Ach ja, wenn hier von der Erfüllung des Gesetzes Christi gesprochen wird, gehe ich davon aus, dass damit das neue Gebot von Jesus aus dem Johannesevangelium 13, 34-35 gemeint ist: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jüngerinnen und Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“

Der Umgang mit Lasten wird hier zum Ausdruck der Liebe: der Liebe zu mir, zu meinem Nächsten und durch die Umsetzung auch zu Gott.

Und ein Joker zum Schluss: Jesus Christus bietet uns an, jederzeit jede unserer Lasten zu tragen!

„Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“ (Lukas 19,10)

Eine Mutter erzählte eine Geschichte, die sie vor Jahren auf einer Kirmes erlebt hatte. Sie ließ ihren kleinen vierjährigen Sohn in Begleitung seines 15 jährigen Vetters allein, während sie Eis holte. Die Kinder sahen sich das Karussell an, viele Menschen liefen hin und her, es war ein schöner sonniger Tag. Als sie zurück kam war ihr Sohn nicht mehr zu sehen! Sie fühlte wie die Angst sie in den Abgrund riss und Panik ihren Verstand verdunkelte. Sie redete sich ein, sie müsste Ruhe bewahren und sie würde ihn suchen gehen. Durch die Menge zu laufen, aufschauen und nach einer kleinen Gestalt mit einem blonden Haarschopf zu suchen, war nicht einfach. Die Hoffnung ihn zu finden, ihn zu sehen, ihn in ihre Armen zu schließen gab ihr viel Energie und Kraft. Der Lärm, die Musik, die Menschen  hatte sie nicht mehr wahrgenommen. Sie rannte Richtung Polizeiwache um Hilfe zu holen. Auf der Straßen Seite wo sie angekommen war, sah sie Bänke die den Eintritt zum breiten Portal der Polizei Station sperrten. Menschen warteten auf beiden Seiten der Straße um die Parade zu sehen. Ihr Herz raste. Sie musste über die Straße und an der Sperrung vorbei laufen. Auf dem Gelände gegenüber angekommen sah sie die auf Bänken sitzenden Polizisten, wie sie mit dem Kleinen redeten und mit ihm lächelten. Er saß in der ersten Reihe, eine viel zu große Polizeimütze auf seinem kleinen Kopf. Er war in Sicherheit. Ihre unermüdliche Suche nach ihrem Kind, welches von alleine den Weg nicht finden konnte, war beendet. Ihre unendliche Liebe hatte ihre Hoffnung ihn zu finden gestärkt.

Die Vorgeschichte der Vers von Lukas 19,10 erzählt die Geschichte eines verlorenen Mann.

Vordringen auch gegen den Strom

Können wir uns das Geschehen in Jericho vorstellen? Während Optimisten, Pessimisten und Realisten über das menschliche und göttliche Wesen Jesus in der Menge diskutieren, macht sich ein Geldgieriger, kleiner Mann von Gestalt, angetrieben von seiner Neugier, auf dem Weg Jesus zu sehen. Fieberhaft versucht er sich durch die Menge einen Weg zu bahnen. Er hat keine Chance. Er steigt auf einen Baum.

Unter den Blättern eines Baumes

Ein sitzender reicher Oberzöllner wartet. Jetzt sitzt er in der ersten Reihe. Sein Versteck scheint seine Sicherheit zu sein, während unter ihm Schaulustige sich miteinander unterhalten.

Gesehen, gebeten Gastfreundschaft zu gewähren

Zachäus wird entdeckt, gesehen, bei seinem Namen gerufen, gebeten sich zu beeilen. Das traditionelle Gesetz der Gastfreundschaft ist ihm bekannt. Jesus erwartet seine gastfreundliche Aufnahme. Jesus will ihn be-suchen, Er braucht ihn, Er fordert ihn auf, dem Menschensohn den Ehrenplatz in seinem Leben zu geben.

Vielleicht entdecken wir auch in uns Teilaspekte des „Zachäus“. Leistung, Macht, Geld, Anerkennung können das Leben mit Sinn und Glück erfüllen. Woher kommen aber die Leere, die Sinnlosigkeit und die Unzufriedenheitsgefühle die uns gefangen halten?

Ob es schwer ist anzunehmen, dass Jesus sich um alles was uns beschäftigt kümmern will, dass was in unserem Leben geschieht für Ihn wichtig ist, dass Er sich für unsere Leben interessiert?

Können wir uns vorstellen welch einen unermüdlichen Eifer Jesus zeigt als Er sich auf dem Weg nach dem Verlorenen aufbricht um ihn abzuholen?

In anderen Worte sein Verhalten zu fassen:  Er ist treu!

In anderen Worte seine Gedanken auszudrücken:  Ich liebe dich!

In anderen Worte seine Sehnsucht zu beschreiben: Ich will mit Dir verweilen, mich mit Dir gesellen!

Christus spricht:  „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. (Mt. 11,28 Übersetzung nach Martin Luther)

„Ihr alle,  denen man Lasten und Bürden aufgeladen hat, kommt zu mir, ich will euch auf- atmen lassen. Lasst euch zum Dienst verpflichten durch mich,  nehmt euch ein Beispiel an mir: Ich verzichte auf Gewalt und habe ein demütiges Herz. Dann werdet ihr Ruhe finden. für euch selbst. Denn mein Dienst ist erträglich, und meine Last ist leicht“.

Übersetzung nach Berger/Nord.1999

Die Lasten, die Jesus damals meinte, waren nach theologischer Erkenntnis die verordneten Lasten der Pharisäer. Welche Lasten und Bürden werden aber heute Menschen aufgeladen?

Von den existenziellen Lasten einmal abgesehen, sind es oft ganz andere Bürden, die Menschen quälen: „Kann ich so sein, wie die anderen? Nehmen mich meine Klassenkameraden an, meine Kollegen, gehöre ich dazu?“ Dazu kommen die Imperative von innen und von außen: „Du solltest so und so sein. Das oder jenes ist falsch an dir“. Und aus der Gemeinde tönt es womöglich: Aber als Christ solltest Du ….

Was sagt Jesus dazu? „Komm her zu mir, bei mir darfst du aufatmen. Komm in meinen Dienst, sieh, wie ich es mache: „Ich verzichte auf Gewalt und habe keine Machtansprüche. Ich passe mich nicht allen Meinungen an und muss mich nicht als etwas Besonderes darstellen und mich über andere erheben. Wenn du mich imitierst, wirst du innerlich zur Ruhe finden. Du wirst meinen Maßstab kennenlernen und brauchst nicht mehr den der Mitmenschen zu übernehmen“.

Um den so geplagten Menschen zu helfen, benutzt Jesus seine Mitarbeiter, auch uns in der BTS. Wie kann das aussehen? Manchmal sagt Jesus zu mir: Kümmere dich um diesen Menschen, er ist mir wichtig. Und das Wunderbare daran ist, dass er mich schon vorbereitet hat, dass ich diese Aufgabe übernehmen kann, z. B. durch eine BTS Ausbildung. Hier habe ich mich selber besser kennen gelernt und damit auch andere, habe Handwerkszeug bekommen, um anderen dienen zu können.

Und so beglückt Jesus zwei Personen: Den mir anvertrauten Menschen, indem er Trost, Ermutigung und eine neue Sicht auf sein Leben erfährt. Und so lernt er, neue Wege zu gehen. Und in dem allem wird sein Glaube an den Erlöser Jesus Christus gefestigt. Und mir schenkt Jesus Freude, weil ich durch die Führung des Hl. Geistes und das Einsetzen der gelernten Instrumente die Entwicklung eines geknickten Menschen hin zu einem fröhlicheren und reiferen Menschen erleben darf.

„Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich.“ (Lukas 10,16)

Jesus wählt siebzig seiner Nachfolger aus, um sie als Missionare in andere israelische Städte auszusenden. Er gibt ihnen detaillierte Anweisungen, wie ihr Auftrag lautet und wie sie sich zu verhalten haben. Sogar eine „Packliste“ gibt er ihnen: Sie durften nichts mitnehmen! Sie hatten einen verantwortungsvollen Einsatz durchzuführen und sollten sich nicht mit viel Gepäck und anderen Dingen belasten.

Unser Vers steht am Ende von Jesu Aussendungsrede. Sie bekommen ein Mandat wie der Botschafter eines Landes: Er spricht im Namen seines Herkunftslandes. Das ist eine hohe Verantwortung. Und Jesus macht sich genauso eins mit seinen Botschaftern: Er sagt, dass es seine eigene Botschaft ist, die die Jünger verkünden. Und wenn sie Ablehnung und Verachtung erfahren sollten, dann ist es dasselbe, wie wenn sie den Herrn selbst verachten!

Das ist einerseits sehr Mut machend: Der Herr selbst verleiht den Worten der Jünger so ein großes Gewicht, als wenn er selbst reden würde.

Andererseits bedeutet es eine enorm hohe Verantwortung: Die Jünger durften nichts aus sich selbst reden, sondern nur das, was ihr Herr ihnen aufgetragen hatte.

Wenn wir in der Seelsorge im Namen unseres Herrn unterwegs sind, dürfen wir das in seiner Vollmacht tun und dürfen darauf vertrauen, dass Er hinter uns steht. Aber achten wir andererseits genau darauf, dass wir nicht unsere Idee weitertragen, sondern Seine Idee; dass wir Gottes Wort weitergeben und in seinem Namen handeln und reden. Dann werden auch wir Wunder erleben, dass Menschen neu werden durch die Kraft des Heiligen Geistes.

„Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen.“ (2. Korinther 13,13)

Die Arbeitsteilung des dreieinen Gottes, so könnte dieser Segenswunsch überschrieben werden.

Wer ist für was zuständig?

Gnade! Liebe! Gemeinschaf! – die Liebe, eingerahmt von Gnade und Gemeinschaft.

Weil Gott uns so sehr liebt, er seine Liebe zu uns durch nichts mehr trüben lassen möchte, deshalb kam Jesus Christus und durch ihn Gottes Gnade, als ein bedingungsloses, unverdienbares Geschenk. Und damit Gottes Liebe in eine Beziehung zu uns mündet, kommt der Heilige Geist als eine lebendige sprudelnde Quelle der Gemeinschaft in unser Leben. Gott kommt sozusagen in uns hinein, damit die Gemeinschaft mit ihm jederzeit, erlebbar ist.

Gott hat nichts außer Acht gelassen, keine Mühe gescheut, um seinen tiefen Wunsch nach Beziehung konkret werden zu lassen.

Gott hat das Unmögliche möglich gemacht. Er hat die Brücke geschlagen von seiner Heiligkeit zu unserer Sünde.

Dann ist ja alles klar – alles in trockenen Tüchern!

Ja, es ist alles klar. Jesus würde sagen: „Es ist vollbracht!“

Aber Beziehung ist kein HABEN, es ist ein SEIN. Gnade, Liebe und Gemeinschaft, kann ich nicht wie drei Schätze im Tresor meines Herzens verschließen. Gnade, Liebe und Gemeinschaft wollen gelebt werden, lebendig zum Ausdruck gebracht werden. Sie wollen mein Leben bestimmen, es formen und zu dem machen, was wirkliches Leben ausmacht.

Beziehung braucht aktive Gestaltung: Austausch von Gedanken, miteinander reden, hören auf Gottes Stimme. Seien Sie MIT Gott, damit der dreieinige Gott MIT uns sein kann.

Ich schließe mich in diesem Sinne Paulus an und wünsche Ihnen von ganzem Herzen:

„Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen.“

„Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen.“ (Sacharja 4,6)

Der Prophet Sacharja kam mit den anderen Verbannten des jüdischen Volkes aus der babylonischen Gefangenschaft zurück nach Jerusalem. Mit anderen Propheten forderte er auf und machte Mut, auch in aussichtslos erscheinender Lage den Tempel wiederaufzubauen.

Damals noch, als Kyros die Heimkehr erlaubte und den Wiederaufbau Jerusalems und des Tempels förderte, war das Volk ein armseliger Haufen. Darüber hinaus waren die verbliebenen Bewohner im Heimatland und in Jerusalem alles andere als begeistert. Sie waren feindlich gesinnt und versuchten zu sabotieren. In diese Situation hinein macht Sacharja Mut: „Es soll durch meinen Geist geschehen!“, sagt Gott.

Sacharja schaut nicht nur auf die aktuelle Lebenssituation. Er zeigt einen großen und weiten Blick. Er kündigt den kommenden Messias an. Mit Jesus Christus erfüllte Gott seine durch Sacharja gegebene Verheißung etwa 500 Jahre später.

Als Jesus geboren wurde, war das kein Staatsakt; im Gegenteil, armselig. Und dann noch von den Mächtigen verfolgt; in der Folge eine Flucht bei Nacht und Nebel in’s Exil nach Ägypten.

Als Jesus am Kreuz starb, sah das auch nicht gerade nach einer Machtdemonstration Gottes aus.

Gottes Handeln ist ganz anders als unsere Vorstellung und Vorstellungskraft:

Es war der Hohepriester Kaiphas, der dem Hohen Rat den Tod von Jesus mit den Worten empfahl: „Es ist viel besser für uns, wenn einer für alle stirbt und nicht das ganz Volk umkommt!“ (Johannes 11, 50) Gedacht war es rein menschlich und machtpolitisch. Gott aber handelte gerade dadurch und kommt zu seinem Ziel der Erlösung der Menschen. Er erfüllte in dieser Aussage seine lang zurückliegende Verheißung und gab ihr eine geistliche Bedeutung, die über allem steht.

Als der Hohe Rat Jesus vor den römischen Statthalter Pilatus zur endgültigen Verurteilung zum Tode brachte, zögerte dieser angesichts offensichtlicher Machtspiele. Die Antwort der Massen: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!“ (Matthäus 27, 25). Wieder füllte Gott eine menschen- und gottverachtende Forderung mit seinem Geist und wendete sie zum Heil für alle Menschen. Durch das Blut des Sohnes Gottes am Kreuz haben wir Vergebung der Sünde und Frieden mit Gott.

Das erinnert mich an meinen Freund. Er hat mehrere ‚schwarze Gürtel‘ in verschiedenen asiatischen Sportarten zur Selbstverteidigung. Die Kunst besteht darin, die Kraft des Gegners für sich zu nutzen. Gott geht darüber hinaus, denn er hat es nicht nötig sich zu verteidigen. Aber er wendet unsere manches Mal menschlich destruktiven Kräfte durch seinen Geist letztendlich zu unserem Heil.

An Pfingsten feiern wir, dass Jesus uns den Heiligen Geist gesandt hat. Dieser ermahnt uns, tröstet uns und offenbart Gottes Heiligkeit, Macht, Liebe und Barmherzigkeit.

Gott durch-‚kreuzt‘ unser ‚Minus‘ und macht durch seinen Geist daraus ein ‚Plus‘!

„Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“ (Johannes 12,32)

Das Wort, das Jesus spricht, steht im Zusammenhang von seinem Tod am Kreuz und dem Gericht (siehe V. 31). Jetzt geht es ihm um die Auferstehung. Wenn er von seiner Erhöhung spricht, ist dies einerseits ein Hinweis auf seine Todesart, am Kreuz in die Höhe gehängt zu werden. Dies kann ergänzend im Zusammenhang von Johannes 3,14 bedacht werden. (Stichwort: wie Mose eine Schlange in der Wüste zur Rettung erhöht) Andrerseits kann das „Erhöht-werden von der Erde“ ausgelegt werden als: „aus der Erdenwelt heraus“ und damit auf die Auferstehung und Himmelfahrt hindeuten. Christi Himmelfahrt ist die Rückkehr des Sohnes in seine himmlische Heimat. Dorthin will er auch uns ziehen.

Lass Dich nach Hause ziehen. – Ich erinnere mich noch gut daran, wie es war, wenn ich als Kind auf dem Schlitten von meinen Eltern nach Hause gezogen wurde. Nach einem anstrengenden Nachmittag beim Schlittenfahren, habe ich mich freiwillig und gerne auf den Schlitten gesetzt. Es war so viel leichter gezogen zu werden als durch den Schnee zu stapfen. – Wenn Christus uns zu sich zieht, ist das ähnlich. In Johannes 6,44 geht es bereits um „das Ziehen“. Jesus sagt: „Es kann niemand zu mir kommen, wenn ihn der Vater nicht zieht…“ Das griechische Wort, das an beiden Bibelstellen für „ziehen“ steht, meint: „schleppen“, „zerren“ und „holen“. Fast könnte man meinen, Gott schleppt uns einfach ab, ob wir wollen oder nicht. Nein, hier schließt das Ziehen des Vaters nicht die willentliche und selbstverantwortliche Umkehr aus. Das Ziehen des Vaters will Rettung ermöglichen. Das Kommen zu Jesus bleibt unsre Entscheidung. Vielleicht hilft uns dabei auch das Bild von dem, der mit ausgebreiteten Armen dasteht und auf uns wartet. Er will uns mit seinen Armen liebevoll an sich heranzuziehen.

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Psalm 66,20)

Der 66. Psalm endet mit diesem tollen Glaubenszeugnis. Zunächst lobt der Schreiber Gott und erklärt gleichzeitig, warum er Gott lobt: weil er eine Gebetserhörung erlebt und Gottes Güte im Leben erfahren hat.

Wenn wir den ganzen Psalm lesen, so erfahren wir aus den Versen 10-12, dass der Schreiber viel Schlimmes erlebt hat. Im poetischen Stil umschreibt er Misshandlungen und Gefangennahme.

Das alles hält ihn jedoch nicht davon ab, auf Gott zu vertrauen, sondern hat geradezu seinen Glauben und sein Vertrauen auf Gott gestärkt. Die Erhörung seiner Gebete und das, was er mit Gott erlebt hat, werden zu einem mächtigen Zeugnis für die Größe Gottes. Er erzählt es anderen Menschen, wie Gott an ihm gewirkt und seine Umstände zum Guten gewendet hat. Und das, was sich niemand von uns Menschen wünscht: schlimme und schwere Umstände und Glaubensprüfungen, werden der Anlass zu einem wunderbaren Lob- und Danklied.

In der Seelsorge und Beratung haben wir es meistens mit Menschen zu tun, die Schweres erlebt haben und häufig haben wir selbst auch solche Erfahrungen gemacht. Aber dieser Psalm macht uns Mut: der Feind und die Umstände haben nicht das letzte Wort in unserem Leben, sondern in der Verbindung mit Gott wird aus den dunklen und schweren Umständen ein Lobpreis für unseren großen Gott. Der Bericht über die schlimmen Erfahrungen wird eingebettet in den Jubel über Gottes Größe und Herrlichkeit.

Das wünsche ich uns als Seelsorger und auch unseren Ratsuchenden: dass die unerwünschten und schmerzvollen Erfahrungen dazu dienen, dass unser Leben zu einem mächtigen Zeugnis für unseren großen Gott wird.

Wer in der Tiefe war
ganz unten – entsetzt – verzweifelt – verloren – am Ende
und wieder leben darf, kann nicht schweigen,
muss reden – singen – denken – beten – erzählen und loben.
Wer Gott verlor
sich selbst – Freunde – Glück – Hoffnung – das Leben
und von Gott gefunden wurde,
kann aufatmen – hell lachen – wieder denken – darum danken
neu beginnen und lieben.
Nach dem Dunkel
kommt ein neuer Morgen – verstummen Feinde
freuen sich Freunde – trocknen Tränen
beginnt der Tanz – denn nun beginnt lebenslang seine Gnade.
Johannes Hansen

Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder (Psalm 98, 1)

„Wer singt, betet doppelt!“ Das ist eine Feststellung und Aufforderung von Martin Luther. Aber ein neues Lied? Wenn ich noch nicht einmal die alten Lieder singen kann?

Ich habe mich mit dem ‚neu‘ immer schwergetan. In meiner Herkunftsfamilie wurde das gemeinsame Singen am Tisch aufgegeben. (Ich sang gern, laut – und falsch … )

Was ein Glück, dass Gott anders ist. Ihm geht es nicht um professionelles Singen. Er freut sich, wenn wir ihm aus vollem Herzen singen. Und gerne auch mit Liedern, die andere gedichtet und komponiert haben. Oder den Psalmen.

Aus der Gehirnforschung wissen wir, dass beim Singen Botenstoffe ausgeschüttet werden, die unsere getrübte Stimmung heben. Ein Grund mehr zu singen.

Als Grund nennt David, dem der Psalm verschiedentlich zugeschrieben wird, dass Gott Wunder tut. Wunder sind etwas Übernatürliches. Gott greift von außerhalb der Naturgesetze in unsere Welt hinein. Worin bestehen diese Wunder?

David zählt auf: Gott schafft Heil. Das ist weit mehr als Gesundheit. Wir können eine Covid-19 Erkrankung überstehen und wieder gesund werden. Und zugleich ‚unheil‘ bleiben. Mitmenschen können an Covid-19 sterben und doch Heil erleben. Dieses Heil hat einen Namen: Jesus Christus.

Gott versteckt nicht sein Heil, er macht es bekannt in aller Welt, so singt David weiter. Es gibt heute praktisch keinen Winkel auf der Erde mehr, wohin das Heil von und durch Jesus Christus nicht gekommen wäre. Und das vielfach in der jeweiligen Sprache der Menschen, die dort leben.

David zählt weiter auf: Gott bringt und zeigt seine Gerechtigkeit. Das ist eine andere als die menschliche Gerechtigkeit. Gott ‚richtet uns aus‘ auf ein Leben, das uns und unseren Mitmenschen Heil bringt. Und auch diese seine Gerechtigkeit hat einen Namen: Es ist wieder Jesus Christus.

Der Preis, den Gott sein Heil und seine Gerechtigkeit gekostet hat, ist das Menschwerden und stellvertretende Sterben seines Sohnes Jesus Christus. Deshalb ist Gott unser himmlischer Vater und wir seine Erben. Das Wunder schlechthin!

Ist das nicht alles ein Grund, Gott zu singen und zu loben?

Jetzt bin ich so froh, dass David nicht nur zum Singen auffordert. Im Psalm spricht er dann von Harfe-Spielen, anderen Saiteninstrumenten, Trompeten und Posaunen. Und an anderen Stellen kommen dann auch noch Schlagzeug und weitere Instrumente dazu.

Offensichtlich haben deshalb meine Eltern nicht einfach nur das familiäre Singen beendet, sondern das Erlernen von Musikinstrumenten gefördert: Sopran- und Altflöte, Konzertgitarre und Klavier…

Wichtig ist eines: Gott tut Wunder. Die bestehen in seinem Heil, seiner Gerechtigkeit und seiner Gnade. Ein Grund, ihn zu loben. Jeder mit seiner Gabe. Gott freut sich an Vielfalt!

PS: Es wäre doch ein Forschungsprojekt wert zu untersuchen, ob nicht nur Singen zur Ausschüttung von Glückshormonen führt, sondern auch das Spielen von Musikinstrumenten zur Ehre Gottes…😉

„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2. Korinther 5,17)

Da haben wir sie wieder, die österliche Botschaft. „Es ist vollbracht!“

Wer glaubt, ist ein neuer Mensch! Die Vergangenheit ist gewesen, sie ist vorbei! Es ist etwas Neues da!

Unglaublich? Das fand schon Nikodemus, als er von der Wiedergeburt hörte. Aber bei Gott ist alles möglich, auch eine Veränderung, die für uns unvorstellbar ist. Wir nennen das Wunder, oder auch direktes Eingreifen von Gott. Das ist ein geistlicher Akt. Er ist wahr und hat Gültigkeit – bei Gott – auf ewig.

Im Grunde ist jeder Christ in diesem Sinne ein zweifaches Wunder: Ein Wunder durch von Gott gewollter Geburt (wie übrigens jeder Mensch) und ein erneutes Wunder, durch Wiedergeburt.

Den neuen Menschen zeichnet aus, dass er in Christus ist, oder wie es in Römer 12,2 steht, wir lernen sollen, vollkommen zu sein, indem wir Gottes Gedanken denken und sie an die Stelle von unseren Gedanken setzen. Das ist eine Herausforderung, bei all dem Gedankenmüll in unseren Köpfen. Wir haben viel in unserem Gehirn abgespeichert, das uns hindert, das Neue zu denken und zu fühlen.

Damit zu beginnen, nennt man Lernen. Falsches Denken entlarven und neue Verknüpfungen in unserem Gehirn bilden. Autobahnen Gottes bauen. Bibel lesen, um den angestauten Müll im „Hier und Jetzt“ zu entsorgen. Ausmisten macht Arbeit und tut auch manchmal weh, wenn es heißt, Vertrautes hinter sich zu lassen. Besonders, wenn das Neue noch so unbekannt erscheint.

Das Motto ist nicht „Augen zu und durch!“ sondern „Augen auf Christus und mutig vertrauen!“.

Das war die Veränderung auf der psychischen Ebene. Und das Neugewordene findet auch Ausdruck im körperlichen Bereich. Wir lernen den aufrechten Gang als Kinder Gottes, als seine Ebenbilder.

Es ist vollbracht! Das ist Gnade und Geschenk!

Nehmen Sie dieses Geschenk an und vertrauen sie dem Neuen. Das Geschenk kommt nicht von irgendwem, es kommt von Gott!

„Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.“ (Joh. 10, 11)

Gesprochenes Wort hat dieser Tage Hochkonjunktur. Pressekonferenzen, Medienmitteilungen und das allabendliche Tagesschau-Ritual begleiten unseren Alltag, selbst wenn wir früher vielleicht relativ medienabstinent, vielleicht noch mit der Tageszeitung relevant informiert, ganz gut auskamen. Wie sind wir auf der ganz persönlichen Ebene froh um mehr als eine kurze Textnachricht, wie tut es uns gut, wenn jemand uns Worte schenkt, ein Telefonat, ein Videogespräch.

Hier nun spricht jemand überaus wichtiges, wichtiger als einflussreiche Politiker, als treue Freunde: Jesus Christus spricht. Sein eigenes Wort. Genau so gemeint wie gesagt. Eine grosse, liebevolle Zusage macht er uns: Er ist der gute Hirte. Jetzt und seit immer und für immer. Er kommt nicht mal ein wenig vorbei, arbeitet temporär als guter Hirte und verschwindet dann wieder. Sein Sein ist ein beständiges Sein. Verlässlichkeit in Zeiten der Unsicherheit.

Jesus Christus setzt nun mit grösster Selbstverständlichkeit voraus, dass wir seine Stimme hören, er uns kennt, wir ihm folgen und er uns das ewige Leben gibt. Da schwingt kein Wenn oder Aber mit. Wie gut tut uns das: Wir müssen nicht immer bezweifeln, ob wir denn überhaupt etwas hören, überhaupt gesehen und wertgeschätzt sind, überhaupt richtig unterwegs und wirklich das Ziel des ewigen Lebens erlangen. Das Wenn darf für jeden an Jesus Christus gläubigen Menschen bereits vorbei sein. Denn das ist die einzige Bedingung für all die obigen schönen gewissen Dinge: Dass wir unser Leben ihm anvertraut haben, seine vergebende Liebe unsere Verfehlungen bedecken konnte und wir zum Schaf in seiner Herde geworden sind. Ein Schaf ist nicht alleine unterwegs. Es lebt in der kuschligen Geborgenheit der Herde, in der abhängigen Fürsorge vom Hirten, der es zu Futter- und Wasserplätzen führt.

Wie schön, wenn wir in der Beratung ab und zu einem suchenden Menschen den Weg zu diesem wunderbaren Geliebtsein, zu dieser behüteten Herde, zeigen dürfen. Wie nötig oft, dass wir Menschen, die eigentlich schon zur Herde gehören, ermutigen, da voll und ganz zu bleiben, zu essen, zu trinken, zu hören, nachzufolgen. Nicht den anderen Schafen, sondern dem Hirten.

Das Bild der Herde ist uns heutzutage eher fremd. Wir sehen es ab und an und freuen uns am nostalgisch schönen Anblick einer solchen Schafherde. Momentan ist all das mit Nähe und realer Gemeinschaft, Gemeinde und in irgendeiner Form in einer „Herde“ unterwegs zu

sein, physisch nicht möglich. Das Bild erreicht vermutlich heutige Zeitgenossen, die dem Glauben noch eher fern oder skeptisch gegenüberstehen, wenig. Unsere Alltagsrealität ist eine andere. Doch Jesus als der große ‚Video-Administrator‘, als der Zusammenbringende, Gemeinschaft schaffende, Zuhörende, der uns an sein lebensspendendes Meeting einlädt, uns teilhaben lässt an Informationen von höchster, ewiger Wichtigkeit – das ist momentan ein sehr reales Bild. Er versteht uns auch bei schlechter Verbindung, wenn das Bild zu wackeln scheint. Er nimmt die Angst, sich an das Leben auf dieser Erde zu klammern, ja krallen zu müssen. Es geht weiter. In alle Ewigkeit – ohne jede Distanz zum großen himmlischen Administrator.

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“ (1.Petrus 1,3)

Wie sich Petrus verändert hat!  Können wir Petrus Melodie „hören“, wie er aus ganzem Herzen, erfüllt mit Freude, Liebe und Dankbarkeit Gott, Vater des Herrn Jesus Christus, lobt? Petrus neue Lebensperspektive hatte ihm eine aufgerichtete Hoffnung auf ein auferstehendes Leben gegeben. Sein Lob, eine Hommage an Gott! Vielleicht flüstert auch uns Jesus zu: „Wecke in deinem Herz das Verlangen und die Sehnsucht bis dein Lied zum Himmel steigt“.

Im Gerichtshof, als Petrus sich auf eigene Kraft, Stolz und Selbstvertrauen stützte,  Petrus eingeschlossen in seinem eigenen Gefängnis, offenbarte er seine Leidensscheu. Jesus nahm Blickkontakt mit ihm. Er sah ihn liebevoll an. Was hat Er aber in Petrus gesehen? Petrus musste bitterlich weinen und fliehen. Jesus kannte seinen Fehlgang und liebte ihn. Er gab ihm Zeit. Er ging mit ihm nach seinem Tempo. Entdecken wir im Alltag wie Jesus in unsere eigene Lebensgeschichte mitgeht? Wie Er uns manchmal so ganz spontan liebevoll ansieht, gerade dann wenn wir uns auf einen Abweg befinden?

Jesus begegnete ihm wieder: „Der Auferstandene Herr Jesus… ist dem Simon erschienen“. Petrus Selbst- und Fremdwahrnehmung kamen zu einer Wende, eine Umkehr. Er wagte seine neue Stellung anzunehmen. Jesus hatte ihn dafür vorbereitet: „Bist du einst zurückgekehrt, so stärke deine Brüder“. Es war an der Zeit den Platz einzunehmen, der ihm zugedacht war.  Woher soll aber der Mut kommen aus dem inneren Gefängnis heraus zu brechen, um unseren Platz einzunehmen?

Petrus angerührt von der Erfahrung durch die Begegnung mit dem Auferstandenen Christus, erfüllt von der Kraft des Heiligen Geistes den Jesus seine Jünger einblies, konnte ein Paradigma Wechsel erleben. Gott loben weil Er barmherzig ist, weil Er Hoffnung ist, weil Er in uns Wohnung genommen hat, weil Er unser Herz mit seiner Gegenwart schmückt.

Mit Petrus, mit den Psalmisten, miteinander – sich gegenseitig anstecken lassen in dem Lob an Gott, um nicht zu vergessen was Er uns Gutes getan hat und tun wird.

„Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ (Offenbarung 1,18)

Fast jeder kennt die Situation, vor einer verschlossenen Tür zu stehen. Wie gut, wenn Du den kennst, der sie Dir aufschließt. In den letzten Wochen haben wir häufig verschlossene Türen erlebt. Der Zeiger der Armbanduhr ist stehengeblieben. Das Uhrengeschäft ist wegen der Corona-Krise geschlossen. Mein Mann kennt den Geschäftsinhaber, der den Schlüssel hat…Hoffnung entsteht. Es gibt eventuell eine Lösung.

Der Tod ist für Menschen so etwas wie eine Tür, die ins Schloss fällt. Es geht nicht weiter. Wir beschäftigen uns nicht gerne mit diesem Thema. Aber jetzt schafft sich dieses Thema einen Raum im gesellschaftlichen Bewusstsein. Ständig hören wir von dem Kampf in den Krankenhäusern, Menschen vor dem Tod zu bewahren und von der Tatsache der wachsenden Zahl der Toten durch Covid 19.

Ist der Tod die Endstation? Gibt es etwas nach dem Tod?

Als biblisch-therapeutische Seelsorger finden wir Antworten in der Bibel. Jesus Christus hat den Weg durch den Tod zum ewigen Leben gebahnt. Alle Menschen sind Sünder und leben deshalb in irgendeiner Weise an Gott vorbei. Auf dieses Leben ohne Gott folgt als Strafe der Tod (Römer 3,23 und Römer 6,23) Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist der einzige, der sündlos und in inniger Gemeinschaft mit Gott gelebt hat. An Karfreitag machen wir uns bewusst, dass er stellvertretend für uns, die Todesstrafe auf sich genommen hat. Jesus starb also völlig unschuldig und deshalb hatte der Tod keine Macht über ihn. Die Botschaft von Ostern lautet: Er ist auferstanden. ER ist LEBENDIG VON EWIGKEIT ZU EWIGKEIT! Jesus ist der Einzige, der „das Gefängnis des Todes“ kennt und den Schlüssel für die Hintertür hat. Die schließt er denen auf, die an ihn glauben und ihm nachfolgen. Der Tod ist damit für uns Christen nur ein Durchgang zum ewigen Leben. (Johannes 3,16)

Kennst Du den, der den Schlüssel zum ewigen Leben hat, persönlich? – Glaubst Du, dass Jesus Christus für Deine Schuld gestorben ist? Dann bekenne sie ihm, er wird Dir vergeben. Folge ihm hier in diesem Leben und durch den Tod hindurch in die unsichtbare Welt, wo er bereits auf Dich und alle seine Nachfolger wartet (Johannes 14, 1- 3).

Der Menschensohn muss erhöht werden, auf das alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. (Johannes 3, 14b.15)

Es muss etwas geschehen, damit etwas anderes möglich wird.

Etwas so unvorstellbar Schreckliches wie der Kreuzestod, aber auch so etwas unbeschreiblich Großartiges wie die Auferstehung von den Toten, der Sieg über Tod und Hölle musste stattfinden, von Jesus Christus durchlitten werden, damit die, die an ihn glauben das ewige Leben haben können.

Wir müssen in Zeiten von Corona viele für uns einschränkende Regeln einhalten, damit dadurch hoffentlich eine positive Gesundungsdynamik entsteht. Auf die wir alle hoffen.

Der Bibeltext vermittelt uns mehr als nur eine Hoffnung auf etwas, das hoffentlich eintritt. Der Tod und die Auferstehung von Jesus Christus ist nicht nur ein Versuch, um allen, die daran glauben das ewige Leben zu schenken. Nein, es ist ein göttliches MUSS, eine unumstößliche Tatsache, die ein für alle Mal Fakten schafft.

Ich lade Sie zu einer kleinen Übung ein. Sprechen Sie den Satz. „Ich habe ewiges Leben durch Jesus Christus.“ einmal laut aus.

Merken Sie, welche Kraft in diesem Satz steckt? Wie er Raum in Ihnen  greift?

Der Glaube an Jesus Christus gibt uns etwas Ewiges, etwas, das nicht unterbrochen werden kann, weder durch Leid, Schmerzen, Corona oder den Tod. Ewiges Leben ist und besteht fort. Alles was wir erleben wird damit zu einem Teilstück des Weges, auf unserem ewigen Lebensweg.

Glaubende sind bereits Angekommene, sind Habende. Denn: Mehr als das ewige Leben geht nicht.

Deshalb gilt der Satz: „Am Ende steht nicht Schmerz, am Ende stehst Du, Gott, Weg, Wahrheit und Leben für mich.“ (Wolfhart Koeppen)

Freuen Sie sich neu auf Karfreitag und Ostern. Das Leiden von Jesus Christus ist ein MUSS, die Voraussetzung dafür, dass wir nicht mehr im Hier und Jetzt gefangen sind, sondern schon heute „im Himmel“ sind.

Gottes Schutz und Segen für Sie!

„Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.“ (Matthäus 20,28)

Diesen Satz spricht Jesus, als seine Jünger mal wieder nicht verstanden haben, um was es bei ihm geht. Sie hatten erlebt, wie groß der Zulauf an Menschen bei ihm war. Das brachte die Mutter der Zebedäusjünger auf die Idee, schon mal zwei Ministersessel für ihre Söhne zu reservieren. Frei nach dem Sprichwort: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst – dem sich auch die Hamsterkäufer unserer Zeit wohl verpflichtet fühlen.

Jesus versucht dann zu erklären, was diese Bitte bedeutet, doch scheint seine Erklärung nicht so richtig anzukommen. Denn die anderen Jünger reagieren ziemlich sauer, als sie dieses Vordrängeln der Zebedaiden bemerken. Ich kann mir somit ein wenig vorstellen, was da los war, wenn 12 junge Männer Krach miteinander bekommen. Da lag Prügel in der Luft.

Dabei unterlagen sie alle miteinander demselben Irrtum. Sie dachten von der Seite der Macht her. Wer die Macht hat, der regiert. Wer die Macht hat, der hat die anderen und das Leben im Griff. Deshalb gilt es unbedingt im Leben nach Macht zu streben. Für Alfred Adler war genau das der Motivationsantrieb generell.

Dieses Denken bestimmt momentan auch unsere Zeit. In unserer westlichen Gesellschaft gingen wir davon aus, alles im Griff zu haben und alles beherrschen zu können. Und dann beweist uns ein kleiner Virus, den wir mit bloßem Auge nicht einmal sehen können, wie sehr wir uns da geirrt haben. Und dann schlägt das Machtstreben geboren aus einem unbändigen Egoismus – ich möchte sein wie Gott – um. Es entsteht Hilflosigkeit, Angst und Panik.

Jesus zeigt einen anderen Weg. Er redet vom „Dienen“ als Inhalt und Sinn unseres Lebens. Wer etwas aus seinem Leben machen möchte sollte sich mit dem Gedanken des Dienens vertraut machen. Dienen, das heißt: Beistehen; Eintreten für; sich hingeben an; unterstützen; sich widmen. Beim Dienen kommt immer ein Gegenüber ins Blickfeld. Andere Menschen, die Schöpfung unserer Welt,… und damit ist es ein Blick weg von einem unheilvollen Drehen um sich selbst hin zum Wohl des Anderen.

Jesus lebt uns das vor, indem er sein Leben dienend einsetzt zum Wohl von uns allen. Genau das bedenken wir doch in der Passions- und Osterzeit.

Bin ich aber nicht der Dumme, wenn ich mich darauf einlasse? Gewinnen dann nicht andere und ich verliere?

Oberflächlich scheint das so zu sein. Immerhin stirbt Jesus am Kreuz einen furchtbaren Tod. Und doch ist genau das der Weg zum Leben, das dauerhaft ist. Jesus stellt unser Denken auf den Kopf und fordert uns damit zur Veränderung auch unseres Denkens heraus.

Ich möchte in den Zeiten von Corona daraus lernen, dass es nicht darum geht alles im Griff zu haben.

Ich möchte lernen dass es darum geht an dem Platz, an den Gott mich gestellt hat, meine Aufgabe dienend zu erfüllen.

Ich möchte lernen das Vertrauen zu stärken, dass genau das der Weg mit Jesus und hin zum dauerhaften Leben ist.

Und ich möchte lernen, dass Jesus alles in seiner Hand hält, das er im Regiment sitzt und nicht ein Virus oder sonst irgendetwas. Und deshalb halte ich daran fest, dass nichts, absolut nichts, mich aus seiner Hand reißen kann.

Allen Lesern wünsche ich in dieser Zeit das Vertrauen, dass Gott keine Fehler macht, alles in seiner Hand hält und es am Ende gut wird.

„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ (Johannes 12,24)

Mitten in dieser Corona-Krise geht es im Wochenspruch ausgerechnet auch noch ums Sterben. Tagtäglich sind wir von Nachrichten umgeben, die von Krankheit und Tod sprechen. Die Menschen sind zutiefst verunsichert und zum Teil panisch (Stichwort „Hamsterkäufe“). Ein 86jähriger Mann sagte zu mir: Was ist los? Menschen sterben. Weißt du, wieviel Menschen in den Kriegen gestorben sind. Ich antworte: Wir – und damit meine ich die nach dem Krieg geborenen- sind es nicht mehr gewohnt, zu sterben!“ –Alles wird immer hektischer in diese kurze Lebenszeit gepackt. Die Menschen sind immer gestresster und gleichzeitig besinnungsloser. Sie kennen die unsichtbare Wirklichkeit Gottes nicht, von dem unser Wochenspruch berichtet.

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht, sagt Jesus. Mit diesem Bild spricht er von sich und seinem Tod. Vielleicht war Dir, lieber Leser, durch die derzeitigen Umstände aus dem Blick gerückt, dass gerade Passionszeit ist. Es ist eine gute Zeit, um sich mit dieser Aussage zu befassen. Jesu Wesen ist einzigartig. Jesus ist der einzige Mensch, der mit göttlicher Natur zur Welt gekommen ist. Das Weizenkorn, das allein ist, ist Jesus. Durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung schenkt er uns ein neues Leben. Wer glaubt, dass Jesus für die eigenen Sünden gestorben ist und wer ihm nachfolgt, bekommt den heiligen Geist. Er wird geistlich gesehen „von neuem geboren“. Wenn Gott selbst mit seinem Geist einzieht, bekommen wir Anteil an der „göttlichen Natur“. … Mit Christus ist die alte sündige Natur gestorben, „der alte Adam“ nennt die Bibel den sündigen Menschen, der den Versuchungen nicht widerstehen kann, der tut, was Gott nicht gefällt und selbstsüchtig lebt (z.B. hamstert). Menschen, die Jesus nachfolgen, die seinen heiligen Geist in sich haben, sind von anderer Art. Sein Geist verbindet sie. Sie sind die Frucht, die Jesus durch seinen Tod hervorgebracht hat. Sie wollen Gott ehren. Menschen, die Jesus Christus nachfolgen, haben nicht sich und ihr Leben im Zentrum, sondern Gott – auch in der Corona-Krise.

Die biblische Fundierung dieser Aussagen ist unter anderem von Paulus in den Briefen an die Römer und die Korinther formuliert (Römer Kapitel 5 und 8, 1. Korinther 15, besonders V.17-22). Sie wird in der BTS- Seelsorgeausbildung im Aufbaukurs Theologie unterrichtet. – In dieser unruhigen Zeit lade ich ein, sich in Gottes Wort und seiner Wahrheit tief zu verankern.

Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag. (Dietrich Bonhoeffer)

„Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes“. (Lukas 9,62)
oder:
„Wer pflügen will, darf nicht nach hinten sehen, sonst ist er für das Reich Gottes ungeeignet.“ (Berger/Nord Übersetzung)

Zu wem spricht Jesus diesen Satz? Ein Mann sagt zu Jesus: „Ich will dir folgen, Herr. Aber lass mich bitte Abschied nehmen von meiner Familie.“ Jesu Antwort wirkt grotesk. Ist es denn nicht das Selbstverständlichste von der Welt, dass man sich verabschiedet, wenn man weggeht, vielleicht sogar für lange Zeit? Wenn wir genau hinhören, spüren wir hier den Humor Jesus heraus, wie wir ihn bei Jesus öfters wahrnehmen, z. B. dass ein Kamel durchs Nadelöhr gehen kann. Aber was will Jesus denn ausdrücken? Mir scheint, dass Jesus eine radikale Trennung von allem erwartet, was vor der Berufung durch Jesus das Leben bestimmte.

Was könnte das für uns bedeuten? Jesus will, dass wir das Alte loslassen und mit ihm nach vorne sehen und nach vorne leben. Victor Frankl hat das sehr schön ausgedrückt, wenn er sagt, „heute ist der erste Tag meines restlichen Lebens“. Dazu möchte ich ein bisschen Einblick in mein Leben geben.

Das Leben mit Jesus ist voller Überraschungen: Als ich das Abitur (mit Preis) gemacht habe, konnte ich aus besonderen Gründen nicht Psychologie studieren, um Psychotherapeutin zu werden. Das war mein eigentlicher Wunsch. Trotzdem kamen immer wieder Menschen zu mir in Seelsorge und brachten ihre geistlichen und psychischen Nöte. Je länger ich als Laie Menschen in der Seelsorge begleitete, desto mehr merkte ich, wieviel mir fehlte, um gut helfen zu können. Durch meine Krankenschwesternausbildung hatte ich lange Zeit auch Psychologie und Pädagogik gelernt, so dass ich merkte, es gibt auch Hilfen aus diesen Gebieten, nicht nur aus den geistlichen.

1994 lernte ich die BTS kennen bei einem Vortrag von Professor Michael Dieterich. Ich wusste sofort, dass dies mein Weg in die Zukunft sein würde. Ich brauchte nicht zu fragen: „Herr willst du das?“ Ich wusste es einfach. Und dann begann ein neues Abenteuer mit Jesus und auch mit vielen Menschen. Ich hatte großen Respekt vor allen Studienleitern, und ich saugte das neue Wissen in mich auf. Dann gab es nach meiner BTS Ausbildung plötzlich ein Studium von zwei Jahren (1998-2000). Endlich konnte ich das machen, was ich schon lange ersehnt hatte: Ein richtiges Studium! Gott hat auch hier alles so gelenkt, dass es für mich und meine Familie möglich wurde, berufsbegleitend zu studieren. Dass ich selber einmal Studienleiterin und Supervisorin werden sollte, kam mir überhaupt nicht in den Sinn. Und doch kam es dazu. Nicht weil ich darum gekämpft habe, sondern weil die Situation so vorbereitet war, dass ich diesen Weg gehen konnte. Ich habe viel lernen dürfen, nicht nur im psychischen Bereich, sondern auch im geistlichen, überhaupt im Umgang mit Menschen. Auf diesem ganzen Weg konnte ich in vielen Situationen die Weite und die Liebe Gottes erfahren, auch in manchen schwierigen Situationen. Und auch heute erlebe ich es noch, dass Gott mich in Situationen bringt, die ich früher abgelehnt hätte aus Ängsten oder aus falschen moralischen Vorstellungen. Und indem ich den Weg gehe, den er mich gehen heißt, erfahre ich seine Nähe und unglaubliche Liebe. Sie hilft mir über manches Leid, was ich auch erlebe, hindurch und lehrt mich, ihm immer besser zu vertrauen und das Alte abzuschütteln.

„Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren“.(Römer 5,8)

Ja, Gott liebt uns. Diese Bibelstelle ist eine von ganz vielen in Gottes Wort, die Gottes Liebe zum Menschen bezeugen. Gott tritt mit seiner Liebe in Vorleistung! Er liebt uns, obwohl wir …

  • Ihn noch nicht kennen,
  • bewusst nichts mit ihm zu tun haben wollen,
  • es nicht verdient haben…

Liebe Seelsorge, falls Euer Gehirn Euch jetzt signalisiert: Das kenne ich schon! Was ist neu? Was ist bedeutsam? besteht die Gefahr, nicht weiterzulesen. Halt, liebe Seelsorger, bitte lest weiter. Jetzt geht es um unsre Ratsuchenden.

Was uns selbstverständlich erscheint, kann für Ratsuchenden eine Wahrheit sein, die sie nicht kennen. Manchmal geht es in der Beratung und Seelsorge tatsächlich darum, die christlichen „Basics“ zu erklären. Wir arbeiten mit einem tollen Meta-Konzept, dem der Allgemeinen Beratung, Psychotherapie und Seelsorge (ABPS) und wollen damit ganzheitlich helfen. Die Frage ist: Wann ist was dran?

Ein Mann kam mit Suchtproblemen in die Beratung. Er stand vor dem finanziellen Ruin und dem Ende seiner Ehe. Wäre es da nicht naheliegend gewesen, ihm lebensnah und mit allen zur Verfügung stehenden Methoden beim Suchtausstieg zu helfen (sprich Suchtauslöser herausfinden, gegenkonditionieren usw.)? – Ja, das ist wichtig. Im Erstgespräch stellte sich heraus, dass der Mann nicht nur eine schwere Vergangenheit hinter sich hatte, sondern auch einen „zarten Schritt“ in Richtung des christlichen Glaubens unternommen hatte. – Als er den Trümmerhaufen betrachtete, den er durch die Sucht verursacht hatte, schien es ihm unbegreiflich, warum ihm jetzt „fremde“ Menschen halfen. Er hatte dies doch nicht verdient. Was für eine Gelegenheit, ihm genau in dieser Situation von der Liebe Gottes zu erzählen.

Gott erweist seine Liebe zu uns…das macht er manchmal durch Menschen, die an ihn glauben. So wird seine Liebe erfahrbar. Er zeigt es aber vor allem, dadurch dass er seinen Sohn in diese Welt gesandt hat, der für uns gestorben ist,…als wir noch Sünder waren. Jetzt konnte das Evangelium gesagt werden. Als Kursleiterin vertrete ich die Regel: Eine Beratung ist keine „Missionsstunde“. Wir helfen Menschen bei dem Anliegen, das sie mitbringen. Aber auch hier gilt: Keine Regel ohne Ausnahme. Im vorliegenden Fall war alles vorbereitet, um angemessen die beste Botschaft der Welt zu platzieren. – Zwei Erkenntnisse nehme ich aus dieser Situation mit. Es ist wichtig, dass wir als Seelsorger auf Gott hören, um zu erkennen, wann was dran ist. Zudem sollten wir sprachfähig sein, um in verständlicher Sprache und auf natürliche Art das Evangelium weitergeben zu können.

„Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass es die Werke des Teufels zerstöre.“ (1. Johannes 3,8b)

Welches Erbgut trägst du in dir? Von wem stammst du ab? Bist du ein Kind Gottes oder ein Kind des Teufels? So krass drückt es der Kontext, in dem der Wochenspruch steht, aus.

Entweder-Oder, ein bisschen von Beidem gibt es nicht.

Jesus Christus ist gekommen, um eindeutige Verhältnisse zu schaffen: Zeig mir was du tust, für was du stehst, und ich sage dir, zu wem du gehörst.

Wer die Sünde in seinem Leben sucht oder duldet, der ist ein Kind des Teufels. Wer sie aber meidet und Gutes tut, der ist ein Kind Gottes. So einfach ist das!

Wenn das mal nur so einfach wäre. Müsste das nicht etwas differenzierter betrachtet werden? Gibt es wirklich nur schwarz oder weiß?

Ja, bei dem Thema „Kindschaft“ ist die Bibel eindeutig und klar. Hier geht es sozusagen ums „Eingemachte“ um das Zentrum, um Gottes Sehnsucht nach einer Beziehung zu uns, seinen Menschenkindern. Die Heiligkeit Gottes verträgt keine Grautöne.

Das ist der einzige Grund, warum Jesus Christus, Gottes Sohn auf die Welt gekommen ist, damit der Teufel und damit die Sünde ein für alle Mal besiegt ist und jeder, der es möchte, durch Neugeburt ein Kind Gottes werden kann.

Gottes Gene in mir bewirken, dass ich Sünde nicht mehr in meinem Leben dulde, und meine Schuld mich traurig macht. Dass ich Sehnsucht nach Gottes guten und vollkommenen Werken habe und sie mein Leben immer stärker bestimmen.

Jesus Christus hat die Werke des Teufels zerstört. Seine Geheimwaffe ist die Vergebung, die jede Sünde besiegt. Lassen Sie sich nie einreden, auch nicht von ihnen selbst, dass irgendeine Sünde nicht von Christus zerstört worden wäre.

Jesus Christus hat die Herrlichkeit beim Vater ausschließlich nur aus einem Grund verlassen. Er hat den Sieg errungen, ein Sieg der durch Glauben auch mein Sieg ist.

Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn. (Luk. 18,31)

Warum muss denn dieses Leiden sein?

Am liebsten wäre es uns, wir könnten ungeschoren durchs Leben kommen, Leid, Schmerz, Trauer und Tränen würden uns verschonen.

Was Jesus in seiner 3. Leidensankündigung den Jüngern eröffnet, geht in ihren Kopf nicht rein, es bleibt ihnen unverständlich. Jesus kündigt an, was kurz darauf passieren wird: Menschen werden ihre ganze Phantasie nur dazu einsetzen, ihn zu zerstören. Grausam, so eine Vision. Aber es wird nicht bei der Zerstörung bleiben, Gott ist nicht zu zerstören. Christus wird nach drei Tagen auferstehen. Er wird die Versöhnung für unsere Gottesferne vollenden. Auch diese gewaltige Vision geht nicht in den Kopf der Jünger.

Warum muss denn dieses Leiden sein?

Auch in unsern Köpfen ist eine Vorstellung von einem Gott, der doch nicht zulassen kann, dass wir Leid und Schmerz ertragen müssen. Und wenn es uns trifft, ist es schnell vorbei mit unserm Vertrauen. Er muss uns doch diese harten Proben ersparen! Oder?

Ratlos, zweifelnd und unsicher stehe ich vor meinem Elend, wenn es mich trifft. „Mein  Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ so bete ich automatisch. Solche Glaubensproben müssen die Jesus-Nachfolger von damals – und wir als Jesus-Nachfolger – durchstehen. Solche Glaubensproben müssen unsere Ratsuchenden durchstehen.

Warum muss denn dieses Leiden sein?

Die Auflösung des Unverständnisses für das göttliche Walten sieht Jesus in der vordergründigen Weltsicht seiner Freunde. Als Jesus mit ihnen nach Emmaus wandert, fordert er sie auf, eine neue Sicht zu erlangen: da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn (Luk 24,31).

Manchmal werden uns – mitunter nach langen finstern Tälern – die Augen geöffnet: Und sie erkannten ihn. Können wir  im Tränental mit Philpp Spitta singen?

 „Was böse scheint, ist gut gemeint
er ist doch nimmermehr mein Feind
und gibt nur Liebesschläge.“ (EG 374, 4)

„Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht.“ (Hebräer 3,15)

Habt ihr schon mal den Satz gehört: „Sag mal, bist du eigentlich taub?“

Ein sehr beliebter Satz, der gerne zwischen sogenannten Erziehungsberechtigten und zu Erziehenden oder auch pubertierende Gegenüber genannt, ausgesprochen.

Da will einer einfach nicht das hören, was er nicht hören will und stellt sich taub, obwohl er durchaus gut hören könnte, wenn er nur wollte.

In der Bibel heißt dieses Phänomen: „Verstockung“ und wird von Gott gegenüber seinem Volk Israel gebraucht.

Angespielt wird hier auf ein Ereignis aus der Geschichte Israels aus ihrer Wüstenwanderung nach dem Auszug aus Ägypten.

Israel befand sich wieder einmal in einer schwierigen Lage. Ihnen waren die Wasservorräte ausgegangen. Also fingen sie an zu jammern, klagen und auf Mose und Gott zu schimpfen, der sie in eine solche Lage gebracht hatte. Nach dem Motto, es sind immer die anderen daran schuld, wenn es mir schlecht geht.

Hoffnungslosigkeit machte sich bei dem Volk breit, obwohl sie die Hilfe und Führung Gottes in ihrem Leben doch immer wieder erfahren hatten. Das aber wollten sie nicht wahrhaben. Sie standen vor dieser Situation nicht mit dem Vertrauen, dass es auch hier mit Gottes Hilfe weitergehen wird.  Stattdessen verzweifelten und resignierten sie.

Dieses mangelnde Vertrauen auf Gott und eine Zukunft, die er geben kann, wird hier zum Vorwurf an das Volk herangetragen, aber auch zur Mahnung an Menschen, die Jesus in ihrem Leben erfahren haben. Für sie gilt es, den Mut nicht zu verlieren sondern im Vertrauen auf IHN, sein Wort und seine Zusagen die Zukunft mutig anzupacken.

Ich erlebe diese Resignation oft auch in Beratungsgesprächen. „Das hat ja doch keinen Zweck, das wird ja doch nichts …“ sind dann die Äußerungen von Ratsuchenden. Statt mutig Veränderungen im Blick auf Gottes Zusagen anzupacken und die Möglichkeiten, die er schenkt in Anspruch zu nehmen, bleiben einige in der Anklage und Schuldzuweisung stecken und verweigern die Schritte, die dran wären. „Sag mal, bist du eigentlich taub?!“ möchte ich da auch manchmal zurufen, lasse es aber meistens bleiben. Ich versuche die Menschen aber zu ihren Veränderungen zu ermutigen, zu denen Gott sie befähigt.

Und das schon heute und nicht erst morgen oder übermorgen.

Ich wünsche allen Lesern Vertrauen in Gottes Zukunft mit euch, auch wenn die Lage noch so schwierig erscheint.

„Wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.“ (Daniel 9,18b)

Der Vers aus der heutigen Wochenlosung entstammt aus ‚Daniel’s Bußgebet‘. Daniel schaut in diesem Abschnitt auf die letzten Jahrzehnte zurück und sieht wie es seinem Volk ergangen ist, verschleppt in ein fremdes Land, fern von ihrem Tempel, zerrüttet und ohne eine erkennbare Ordnung in ihrem Leben. Hatte das Volk Israel das wirklich alles verdient? Hatte Gott sein Volk verlassen und alles Unglück in ihrem Leben zugelassen?

Vielleicht fragen wir uns das auch manchmal, wenn unser Leben in Unordnung gerät, Perspektiven nicht erkennbar sind und uns ratlos machen. Wir haben alles versucht, um mit eigener Kraft aus einem Dilemma herauszukommen und sind immer wieder daran gescheitert. Was können wir noch weiteres tun, um Abhilfe zu schaffen. Genau das hat das Volk Israel sich auch häufig gefragt und hatte dabei eines vergessen. Dreimal erwähnt Daniel in diesem Psalm, dass sie Gottes Stimme nicht gehorchten. D.h. dass Gott zu ihnen und auch zu uns ständig spricht. Nicht er führt uns in scheinbar aussichtslose Situationen sondern wir uns selbst, wenn wir nicht auf seine Stimme hören oder manchmal auch nicht hören wollen. Das hat Konsequenzen für unser Leben, manchmal über viele Jahre bis wir zu der Einsicht kommen, dass wir oftmals versucht haben, unser Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, anstatt auf Gottes Weisungen zu hören.

Daniel benennt seine Einsicht darin, dass sie gesündigt und Unrecht getan haben, sie waren gottlos und abtrünnig geworden. Sie sind von seinen Geboten und Rechten abgewichen (5-6). Die Konsequenzen davon haben sie dann über Jahre am eigenen Leibe erlebt, vertrieben und verlassen in der Ferne, ein Leben im ständigen Umbruch und ohne Aussicht auf Besserung.

Seine Einsicht mündet in einem Veränderungsprozess, der keinerlei psychischer Hilfestellungen bedarf. Veränderung braucht manchmal nur (m)eine Bereitschaft, mit meinem Gebet vor Gott zu liegen, nicht auf meine eigene Gerechtigkeit zu vertrauen, sondern auf seine große Barmherzigkeit.

Danke Herr, dass du es uns so leicht machst. Dein Angebot, im Gebet zu dir zu kommen gilt uns an jedem neuen Tag. Lasse du mich deine Stimme hören, unter all dem Lärm, der mein Leben umgibt und weise du mir deinen Weg. Amen.

„Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ (Jesaja 60,2b)

Wie geht das? Dass die Herrlichkeit Gottes über uns erscheint? Das geht mit Gotteskraft.

Genauso wie den Sonnenaufgang können wir auch Gotteskraft nicht aufhalten – wir können sie auch nicht beschleunigen. Aber wir können sie bezeugen.

Wenn Jesus vom Vater und vom Himmel spricht, dann erscheint die Herrlichkeit Gottes über unserem Leben.

Wenn Jesus von der Liebe des Vaters erzählt, mit der der Vater dem heimkehrenden Sohn entgegeneilt, dann ahnen wir, welche Herrlichkeit und welche Kraft von Gott ausgehen.

Wenn der verzweifelte Petrus, nachdem er Jesus verleugnet hatte, von seinem Herrn eine neue Chance bekommt, dann erkennen wir, mit welcher Herrlichkeit Jesus sein Regiment führt.

Wenn es auch eine Lösung für dich in deinem Leben gibt, dann erscheint die Herrlichkeit Gottes über dir.

Und wir bezeugen die Herrlichkeit, indem wir Jesus unser Leben geben. Ganz und gar.

Herr! Ich gehöre dir und ich bezeuge, du bist herrlich. Amen.

 

Quelle:
Rüdiger Marmulla: Die Liebe geht tiefer als das Gesetz. Andachten für die Seelsorge.
2. Auflage 2018, Moers: Brendow-Verlag, ISBN 978-3-96140-060-7
Nachdruck mit freundlicher Genehmigung des Brendow-Verlags

„Und es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.“ (Lukas 13,29)

Könnt Ihr Euch vorstellen, was diese Worte bedeuten?

Ich werde an ein Bild auf einem Buchzeichen erinnert, das ich vor vielen Jahren von der christlichen Organisation Wycliff e.v. (Bibelübersetzung, Sprachforschung, Bildung) erhalten habe. Das Buchzeichen habe ich schon lange nicht mehr, aber das innere Bild werde ich nicht vergessen.

Viele von Euch kennen das „Abendmahl“ des italienischen Künstlers Leonardo da Vinci. Es gehört zu den berühmtesten Wandgemälden der Welt.- In Anlehnung an dieses Kunstwerk war zu diesem Bibelvers eine besondere Abendmahlszene abgebildet. Zwölf Menschen sitzen mit Jesus am Tisch. An der farbenprächtigen Darstellung lässt sich leicht erkennen: Hier sitzen Menschen aus allen Erdteilen. Ihre Hautfarbe, ihre Haare, ihre Augenform, ihre Kleidung zeigen ihre Herkunft. – Es beeindruckt mich, wie der Inder neben dem Amerikaner sitzt und der Afrikaner neben dem Eskimo[1]. Alle sitzen in Eintracht beieinander und sind auf Jesus ausgerichtet. Er ist ihr Zentrum….

Gegenwärtig können uns kulturellen Unterschiede, die wir im Umgang mit Geschwistern aus andern Ländern erleben, ziemlich herausfordern. Ob es um das Thema Pünktlichkeit, Tischgepflogenheiten, Rollenverständnis oder anderes geht. Die Freude darüber, dass wir „Geschwister im Herrn“ sind, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in kultureller Hinsicht gleich denken. Besonders im seelsorgerlichen Gespräch müssen wir doch uns dieser Unterschiede bewusst sein und sie in den Prozess einbeziehen.

Was für eine tolle Vorstellung! Eines Tages wird dies alles keine Rolle mehr spielen. Dann werden Menschen aus der ganzen Welt zusammen kommen und ihre Plätze im Reich Gottes einnehmen (dazu auch Matthäus 26,29, Jesus sagt: Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich aufs Neue davon trinken werde mit euch in meines Vaters Reich.)

[1] Vielleicht war der Chinese neben dem Eskimo dargestellt und der Südländer neben dem Afrikaner? So genau weiß ich es nicht mehr. Aber darauf kommt es mir jetzt nicht an.

„Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.“ (Johannes 1,16)

Immer wieder haben wir Gnade von ihm, von Jesus Christus, genommen. So drückt es eine andere Bibelübersetzung aus, immer wieder.

Ein Kontinuum so zusagen, ein nicht enden wollender Vorgang. Ein Topf voller Gnade, der nie leer wird. Bereitgestellt für jeden, der sich bedienen möchte.

Aber nur, weil etwas für mich bereitgestellt ist, heißt ja noch lange nicht, dass ich es auch nehme.

Der Gedanke, von der Gnade oder auch Gunst eines anderen abhängig zu sein, gefällt uns in der Regel nicht wirklich. Da gefällt uns Selbstbestimmtheit, Unabhängigkeit und Autonomie schon eher.

Gnade anzunehmen oder zu geben setzt ein Gefälle voraus, ein Gefälle von einem Höherrangigem und einem der darunter steht. Gnade beinhaltet, dass jemand ein Recht hat etwas durchzusetzen, es aber nicht tut. Abhängigkeit und Ausgeliefertsein auf der einen Seite, stehen einem Verzicht auf die Durchsetzung dieses Rechtes auf der anderen Seite entgegen.

Wer Gnade nimmt, und das immer wieder, der akzeptiert die eigene Bedürftigkeit, auch seine eigene Unfähigkeit und stellt sich unter eine Herrschaft. Der gesteht ein, abhängig von Gnade zu sein.

Gottes Gnade ist seine verzeihende Güte. Das Gefälle Mensch (Geschöpf) zu Gott (Schöpfer) ist zu groß. Unüberbrückbar für uns Menschen. Und da kommt die Gnade ins Spiel, die Gnade, die sichtbar wird in Jesus Christus und die die Kluft überbrückt. Vergebende Gnade ist die Brücke, die Gott uns baut, damit ein Leben mit ihm möglich ist. Gottes purer Liebesbeweis.

Und wenn einzelne Steine durch Schuld aus der Brücke heraus zu bröckeln drohen und dadurch die Statik der Brücke bedroht ist, dann gibt es nur einen Weg der zur Stabilisierung führt:

Aus seiner Fülle Gnade nehmen, wieder, wieder und immer wieder!

„Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“ (Römer 8,14)

In Deutschland gibt es eine Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung. Warum? Weil es so leicht ist, Verbraucher zu täuschen. Ist auch wirklich drin, was drauf steht? In der Bibel gibt es Kennzeichen für Gottes Kinder. Warum? Weil der Bibelleser darüber aufgeklärt werden soll, was ein Gottes Kind ausmacht. Ist auch wirklich drin, was drauf steht?

Bin ich ein Gottes-Kind? Ja, wenn ich den Geist Gottes in mir habe.  Und nein, wenn ich den Geist Gottes nicht in mir habe. Das sind klare Kennzeichen, „wer Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein“ (Römer 8, 9b).

Wer aber würde sich nicht danach sehnen, ein Gottes-Kind zu sein? Es hat doch keinen Wert, sich ewig mit dem boshaften und sich gegen Gott auflehnenden Herzen zu plagen; das menschliche Herz ist nicht fähig, Gott zu gefallen. Dafür ist doch Christus ein für allemal gestorben. Damit bietet er uns die Chance- ohne eigene Rechtschaffenheit- vor Gott vollkommen zu sein. Das nennt die Bibel ein herzlich geliebtes Gottes-Kind.

„Ist bei euch endlich der Groschen gefallen?“, so ähnlich fragt Paulus seine Adressaten.

Ist bei uns endlich der Groschen gefallen? Wir sind Gottes Kinder, wenn uns der Geist Gottes (das Sühneopfer Jesu) lieber ist als unsere eigene Rechtschaffenheit. Wir sind Gottes Kinder, wenn uns der Geist Gottes treibt, wir sind Gottes Kinder, wenn wir dem Geist Gottes Raum geben. Und dann werden wir täglich sterben, was so viel heißt, wie, den Begierden des „Fleisches“ (allem selbstverliebten Streben) nicht nachgeben. Aber das stößt uns dann nicht sauer auf, sondern wir wachsen hinein in eine tiefe Verbundenheit mit unserm Herrn und Heiland: ein liebevolles Verhältnis zu unserm Abba (Römer 8,15).

„Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit“ (Joh. 1,14b)  (Johannes 1,14)

Dem Wort folgt die Tat. Jesus wird Mensch!

– Menschenworte werden oftmals nicht gehalten. Oft versprechen wir mehr, als wir halten können. Ganz anders ist das bei unserem Vater im Himmel. Solange hat er schon den Retter im Alten Testament ange­sagt und versprochen.

Jetzt ist es soweit. Das Wort wird Fleisch. Jesus wohnt unter den Menschen. Sie kennen ihn als Freund, als Bruder, als Meister. Für seine Freunde hat er ein Gesicht, seine Stimme ist ihnen vertraut. Sie erken­nen ihn an seinen Bewegungen, an seiner Mimik. Sie kennen ihn an sei­ner Art, zu denken und zu sprechen. Ja, vielleicht erkennen sie ihn so­gar an seinem Geruch.

In Jesus bekommt der Trost Gottes eine Schulter, an die wir uns an­lehnen dürfen. In Jesus reicht uns Gott die Hand, die wir ergreifen kön­nen. In Jesus erfahren wir die Herrlichkeit des Vaters. Jesus ist voller Gna­de und Wahrheit.

Worte von Menschen helfen oft nicht. Aber das Wort Gottes ist ein starker Helfer.

Jetzt magst du fragen: Wo ist dieses Wort Gottes heute? Wo ist heu­te die Schulter Gottes, an die ich mich anlehnen kann? Wo ist das Ge­sicht Jesu heute, so dass ich in die Augen unseres Herrn schauen kann? – Nun, Jesus ist in den Himmel zurückgekehrt. Aber er hat uns nicht ver­waist zurückgelassen. Der heilige Geist erfüllt nun all die Aufgaben, die Jesus zu seiner Zeit auf der Erde so treu erfüllt hat. Nun tröstet der hei­li­ge Geist, nun erfüllt uns der heilige Geist. Die Verbindung zum Vater ist jetzt durch ihn hergestellt.

Wollen wir so leben, dass wir den heiligen Geist nicht betrüben!

Dein Wort, Vater, hilft – es ist Christus, unser Herr. Amen.

 

Quelle:
Rüdiger Marmulla: Die Liebe geht tiefer als das Gesetz. Andachten für die Seelsorge.
2. Auflage 2018, Moers: Brendow-Verlag, ISBN 978-3-96140-060-7
Nachdruck mit freundlicher Genehmigung des Brendow-Verlags